Action Leader Training 2017/18 – Erste Gruppe – Teil 2

Action Leader Training 2017/18 – Erste Gruppe – Teil 2

16. – 19. November 2017 – Els

Donnerstag

Der erste Tag des zweiten Action Leader Trainings: Wir, das Planungsteam, brachen bereits in aller Frühe voller Aufregung auf. So schön ist das Waldviertel! Genauso wie unser Jungendhaus, dessen Räumlichkeiten wir Stück für Stück herrichteten. Wir haben bereits in der Organisationsphase viel gelernt: Wie berücksichtigt man die Vielzahl der TeilnehmerInnen? An was müssen wir denken? Was wollen wir an diesem Wochenende erreichen? Neugierig warten wir auf unsere Mitgearths und wie sie unsere Pläne aufnehmen würden.

Nachmittags war es so weit: Die Ersten trafen in Els ein. Das Jungendgästehaus wartete mit kleinen Stärkungen für die Gruppe. Schließlich war seit dem letzten Training viel passiert und wir hatten uns eine Menge zu erzählen. Ruhig gingen wir den ersten Tag mit Aufwärmübungen für die Gruppe an und Elena, das neueste Mitglied unserer Weltrettergruppe wurde herzlich aufgenommen. Ein Spaziergang durch Els brachte den TeilnehmerInnen die Ortschaft näher und es wurde allen Zeit zur Selbstreflexion überlassen. Bei der Rückkehr zum Haus wartete bereits eine Überraschung. Valentin hatte das zweite Stockwerk in einen Hindernis-Parkour verwandelt, den es blind, mithilfe der anderen zu überwinden galt. Das half uns Vertrauen aufzubauen und erinnerte uns an die starke Bindung des letzten Trainings.
Am Abend fand eine offenen Besprechung statt: Was hat sich für uns verändert seit dem letzten Training? Wie war die Zeit ohne Generation Earth? Was sind unsere Erwartungen an die nächsten Tage?

Wir alle wussten, dass die nächsten Tage intensiv werden würden. Viel zum Nachdenken, viel, an dem wir arbeiten würden müssen und viel, dass man ändern will/muss, kam auf uns zu.

Freitag

Wohl der stressigste Tag für das Planungsteam. Am Vormittag hätte eigentlich Iris, unsere Expertin für Sozialen Wandel kommen sollen, doch sie verpasste leider ihren Verbindungszug und saß erstmal in St. Pölten fest. Nate kam uns zur Hilfe und so verbrachten wir den Vormittag damit, mit ihm unsere Action-Leader-Handbücher durchzugehen. Es war wirklich sehr spannend! Wir durften Fragen stellen, machten alle zusammen eine Mindmap und redeten über Projektmanagement.

Als all das Wissen über Projektmanagement in unseren Köpfen angekommen war, stellte Nate uns sofort vor die erste Herausforderung. Teams wurden aufgeteilt und mit Hilfe von Klebeband, Karton, einer Dose und einem Ei mussten wir etwas konstruieren, das das Ei schützen sollte. Oberstes Ziel war es, dass das Ei nicht bricht, wenn wir die gebastelte Konstruktion aus dem Fenster werfen. Am Ende überlebte jedes Ei, außer eines. Danach kam Iris, von „System Change not Climate Change“ und redete 30 Minuten über Sozialen Wandel. Danach präsentierten wir in Teams jeweils einen Weg, wie sozialer Wandel vorangebracht werden kann. Abschließend diskutierten wir jeden dieser Vorschläge. Am Nachmittag gingen wir nochmals das Handbuch durch und sprachen über die Schritte, die man berücksichtigen muss, bevor man ein Projekt organisiert. Es war sehr spannend und wir konnten uns danach alle besser vorstellen, wie wir ein Projekt wirklich planen und umsetzen können.

Nach einem sehr intensiven Nachmittag gingen manche hinaus in den Garten, um frische Luft zu schnappen, während Gina und Elena den Gemeinschaftsraum dekorierten, um ihn für den Filmeabend vorzubereiten. Sie trugen Matratzen ins Zimmer, suchten mehrere Pölster zusammen, stellten den Beamer auf und stellten kleine Teelichter in den Raum. Es war wirklich sehr nett und alle haben sich sehr gefreut. Auf dem Programm stand „Tomorrow“ und alle fanden den Film sehr spannend.

Samstag

Heute haben wir uns tiefgehender damit beschäftigt, wie wir unsere Projekte auf die Beine stellen können. Welche Ressourcen haben wir als Generation Earth, aber auch als Teil des WWF? Welche Projekte sind im Rahmen der Möglichkeiten und welche nicht?

Es gibt viele Mittel und Wege ein Projekt zu finanzieren. Etwas Budget stellt natürlich Generation Earth bzw. der WWF zur Verfügung, für größere Projekte müssen wir aber größer denken. Viele Organisationen unterstützen Jugendprojekte, sogar die EU ist als Fördergeber im Bereich des Möglichen. Wir brauchen nur gute Ideen…- Das sollte kein Problem sein.

Die Logos von Generation Earth sowie des WWF sind starke Zeichen. Wir müssen verantwortungsvoll unsere PartnerInnen auswählen. Es war interessant zu spüren, wie unsere Projekte langsam Form annehmen. Viele Fragezeichen, die vor dem Training noch über unseren Köpfen geschwebt sind, verschwinden, eins nach dem anderen. Die Projekte laufen an.

Nach dem Finanzierungs-/Ressourcen-Workshop stand auch schon das nächste Highlight unserer vier Tage bevor. Der Workshop zu alternativen Wirtschaftsmodellen. Zu dem Thema hatte das Planungsteam zwei ExpertInnen eingeladen. Julia Weber von unserem Partner Oikos und Ernest Aigner der Wirtschaftsuniversität Wien. Ein sehr wichtiges Thema, um die Hintergründe unserer Probleme zu verstehen. Wir analysierten was im aktuellen System falsch läuft, arbeiteten uns durch verschiedene Konzepte nachhaltiger Wirtschaft und diskutierten im Anschluss welche Modelle uns am besten geeignet erscheinen. Viel gelernt und viel zum weiter Nachdenken.

Der Workshop hat für mich etwas Licht ins Dunkel der globalen Wirtschaft gebracht. Sie ist zwar noch immer schwer zu durchschauen aber nun habe ich einen Überblick. Ich glaube nicht, dass es irgendeine Form wirklich nachhaltigen Lebens in unserem aktuellen System gibt. Klingt traurig, aber das positive, was ich heute gelernt habe ist, dass es Alternativen gibt. Umsetzbare Alternativen, die schon in manchen Teilen der Welt Wirklichkeit sind. Eine Lösung ist möglich, wenn wir zusammenarbeiten.

Uff. Müde. Nächstes Ereignis: Fackelwanderung und anschließendes Lagerfeuer, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Manche gingen früher ins Bett, andere blieben im gemütlichen Wohnzimmer bis in den Morgen hinein. Morgen ist Abfahrtstag. Gute Nacht!

Sonntag

Der letzte Tag. Leider. Doch unser Quartier in Els wollte sich ganz besonders schön von uns verabschieden: riesige Schneeflocken fielen auf unsere Köpfe sobald wir aus dem Fenster sahen.

Nach dem Frühstück widmeten wir uns wieder einem allgegenwärtigem Thema unseres Trainings: den Projekten, die wir 2018 verwirklichen wollen. Manche haben bereits ein konkretes Bild vor Augen, andere sind noch am Träumen. Die Themen reichen von Workshops in Schulen oder dem Klimawandel bis hin zu nachhaltiger Ernährung und einem Sommer-Camp in Kooperation mit unserer Partnerorganisation „Grenzenlos“. Es lag Motivation in der Luft.

Beim ersten Training war die Verbindung zur Natur ein wichtiger Teil des Programmes. Durch das viele Planen der Projekte sind wir leider wenig nach draußen gekommen. Zum Glück hat Nate immer eine kleine Übung, eine Geschichte oder ein Gedicht für uns bereit. Dinge die uns an die Schönheit der Natur erinnern. Wir sammelten Blätter, Zweige und Blumen, legten sie am Boden zu Bildern zusammen und gaben unseren Werken Namen. Diese Kunstform nennt man „Land Art“. Nach dem Schaffen lässt man hier seine Kunst liegen, um dem nächsten Spaziergänger oder der nächsten Spaziergängerin ein Lächeln mitzugeben.

Am Nachmittag machten wir uns alle zur Abfahrt bereit. Dann die Verabschiedung. Wir, das Planungsteam des Wochenendes, konnten uns entspannen und stolz auf die letzten Tage zurückblicken. Ab nach Hause. In Erwartung des nächsten Trainings steigen wir mit den Action Projects in unseren Köpfen in den Bus.

Tschüss Els, vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder!

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