Es gibt vieles zu erzählen!

Von Generation Earth gibt es viele Geschichten, jede und jeder erzählt sie anders. In diesem Abschnitt haben wir die prägendsten Schritte in der Entwicklung von Generation Earth zusammengetragen.

Eine kleine Gruppe mit großen Plänen (2010-2011)

Unsere Geschichte beginnt im September 2010. Fünf junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren folgten einem Ausschreiben des WWF, bei einem einjärigem Trainingsjahrgang teilzunehmen. Ort des ersten Treffens war der Seewinkelhof im Burgenland. Die Gefühle der TeilnehmerInnen waren gemischt, so standen Neugier und Leidenschaft für Umwelt- und Naturschutz, Skepsis und Unsicherheit über den Erfolg des einjährigen Programms gegenüber. Bei vieren überwiegte die Neugier, sie erzählten ihren Freunden begeistert von ihren Erfahrungen und beim darauffolgenden Treffen waren wir plötzlich zu siebt.

Damit aus sieben Freunden eine Gruppe wird, fehlten noch ein paar Sachen. Wir schufen unsere Vision von der Welt und entwickelten eine Mission, die es zu erreichen galt. Um nach außen auftreten zu können, gaben wir uns unseren ersten Namen: „Youth Taking Action for the Earth“ oder kurz YTAE.

Mit unserer Vision vor Augen begannen wir Ideen in Taten umzusetzen. Das erste Projekt von YTAE war gleich ein großes, die Kampagne „Plastiksackerl Dislike“. Wir planten unsere Aktionen den ganzen Frühling 2011 und im Sommer des selben Jahres bekamen wir die Fördergeldzusage von Youth in Action. Mit den 10.000 Euro aus dem EU-Fördertopf konnten wir das Projekt zwei Jahre lang finanzieren. Übrigens wurden die ersten beiden Jahre zusätzlich vom Österreichischen Lebensministerium finanziell unterstützt.

In diesem Sommer fand auch unsere erste internationale Jugendbegegnung statt. Beim „YTAE-Sommercamp“ kamen 20 Jugendliche aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Österreich im Gesäuse zusammen, lernten voneinander und planten weitere gemeinsame Aktivitäten.

Eine dieser Aktionen war der Danube Clean-Up Day, der Anfang September 2011 stattfand. In den vier Ländern haben wir zur selben Zeit die Donau gereinigt, dabei mobilisierten wir dutzende Freiwillige und sammelten mehrere Tonnen Müll. Für den österreichischen Teil der Gruppe war dies auch der Beginn einer Reihe von vielen Clean-Ups.

Auf unsere großen Worte folgen große Taten (2011-2012)

Ende September 2011 gingen wir in die zweite Runde mit unserem Action Leader Training und hießen sieben neue Mitglieder willkommen. Gemeinsam konzentrierten wir unsere Kräfte auf die im Sommer gestartete Kampagne „Plastiksackerl Dislike“. Was wir letzten Frühling sorgfältig geplant haben, setzen wir nun in die Tat um.

  • Wir sammelten über 2.600 Unterschriften für unsere Petition gegen Plastiksackerl in Österreich.
  • Wir spielten mehrere Aufführungen von unserem Straßentheater, das mit lustigen und ernsten Sketsches Aufmerksamkeit auf die Misere „Plastiksackerl“ lenkte.
  • Ein Höhepunkt der Kampagne war unser großer Stoffsackerlwettbewerb „Make a Difference, make a Bag“ im Frühling 2011. Über 500 SchülerInnen nahmen teil und schickten uns ihre selbst gemachten, recycelten Stofftaschen. Diese wurden anschließend verkauft und der Erlös von über 1.000 Euro kam Projekten in Afrika und Österreich zugute.

Mit “Into the Wild” fanden die ersten Action Days im Februar 2011 statt. Ein Wochenende verbrachten wir mit 15 Jugendlichen in Tirol. Wir gingen Schneeschuhwandern und lernten die Natur auf eine neue Weise kennen. Bei diesem Projekt beschlossen wir außerdem noch viele weitere solcher Wochenenden zu den unterschiedlichsten Themen zu organisieren. So folgten Ende des Schuljahres die Action Days „Nimm das Ruder in die Hand“. Zwei Tage lang paddelten wir mit 15 Jugendlichen durch die March-Thaya-Auen und erkundeten die wunderschöne, wilde Landschaft. Ein Besuch im WWF-Naturreservat und im Storchenhaus durfte nicht fehlen. Die Motivation, die bei diesen Action Days aufkam und eine Präsentation über Biodiversität bei den Green Days 2012 führte zur Gründung des Projektes River Jump!.

In allen Ecken Österreichs (2012-2013)

Nachdem die Förderung des Lebensministeriums endete, schafften wir es im Jahr 2012/2013 leider nicht genügend Fördergeld für ein Action Leader Training zusammen zu bekommen. Untätig waren wir in diesem Jahr allerdings nicht, wir organisierten einige kleine und größere Projekte und setzten uns mit voller Energie daran, einen Weg zu finden, das Training im folgenden Jahr wieder stattfinden zu lassen. Im Oktober 2012 organisierte der WWF gemeinsam mit Partnern eine Veranstaltung für JugendarbeiterInnen. Unter dem Titel „Umwelt. Klima. Scheißegal?“ erfuhren die TeilnehmerInnen, wie sie die Vermittlung von Naturverbundenheit, alternative Bildungsmethoden und das Thema Klimaschutz in ihre Arbeit einbeziehen können.

Zwei erwähnenswerte Highlights waren die Action Days „On the Trail of the Wolf” und „Call of the Lynx“. Mit Jugendlichen, die sich bisher noch wenig für den Naturschutz engagierten, gingen wir hinaus, um ihnen ein einmaliges Naturerlebnis zu bieten. Mit Holz und Bogen entzündeten wir ein Feuer, wir kuschelten uns zusammen, um im Freien zu übernachten und sahen dabei den ersten Schneefall des Jahres. Ein weiters Mal verbrachten wir die Nacht unter mehreren Tonnen Schnee in einem Schüttiglu.

Im Herbst 2012 gründeten sich erstmals regionale Gruppen von Generation Earth in Wien und Innsbruck, die sich regelmäßig trafen und kleine lokale Projekte organisierten. So nahmen die beiden Regionalgruppen im März 2013 erstmals an der Earth Hour teil. Über die Jahre hatten die Regionalgruppen ihre Hochs und Tiefs, haben sich aber schließlich als fester Bestandteil von Generation Earth durchgesetzt.

Aktiv über die Grenzen hinweg (2013-2014)

Unter dem Namen „Connect Empower Act“ fand 2013/2014 wieder ein Training statt. Partner an unserer Seite waren die Young Caritas Tirol und erstmals die New Horizons Foundation aus Rumänien. Wir erhielten wieder Förderungen aus dem „EU Youth in Action“-Topf und nutzten das Konzept des Action Leader Trainings, um in und außerhalb Österreichs mit jungen Menschen zu arbeiten. Im Herbst kamen schließlich 20 Jugendliche in Rumänien für eine Woche zusammen, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Es war eine spannende und aufregende Woche. Sogar ein wilder Bär hat uns einmal im Camp besucht. Gott sei Dank waren unsere Lebensmittel (und wir natürlich auch) sicher untergebracht. Die TeilnehmerInnen organisierten anschließend Trainings in den eigenen Ländern und implementierten Projekte zu verschiedenen Themen – angefangen bei Lebensmittelverschwendung bis hin zur Reduktion des Ökologischen Fußabdrucks.

Ein Monat später reisten einige unserer Mitglieder nach Spanien, um an einer selbstorganisierten Wanderung mit dem Titel „Walking2WILD10“ teilzunehmen. Dabei durchquerten sie gemeinsam mit 20 jungen Menschen aus Bulgarien, Lettland, Rumänien, Spanien und der Türkei die Spanische Wildnis bis nach Salamanca, wo der „World Wilderness Congress: WILD10!“ stattfand. Dort angekommen beeindruckten sie die Massen mit einem Flash Mob, bei dem hunderte von Menschen in Wolfsgehäul verfielen und mit bewegenden Präsentationen vor dem gesamten Kongress.

Im Jänner 2014 fuhren wir gemeinsam mit zwei weiteren Petitionen gegen Plastiksackerl nach Brüssel. Dort legten wir gemeinsam mit anderen Österreichischen AktivistInnen dem Kommissar für Umwelt 14.000 Unterschriften vor und sprachen mit ihm über das Problem. Im Juni sahen uns mehrere 100.000 Menschen im Fernsehen, denn wir waren zu Gast bei „Mutter Erde“, der größten Spendenshow für den Umweltschutz in Österreich.

Das Jahr ging mit unserem ersten „Riverwalk“ zu Ende. Gemeinsam mit zehn jungen Menschen aus Slowenien wanderten wir die Isel (Osttirol) und die Socá (Slowenien) entlang. Die beiden gehören zu den zwei letzten Alpenflüssen, die noch weitgehend unberührt sind und damit das so bleibt, marschierten wir. In vielen Dörfern entlang der Flüsse wurden wir freundlich willkommen geheißen und nahmen am Iselfest in Tirol teil. Mit viel Medienecho und tatkräftiger Unterstützung seitens der lokalen Bevölkerung konnten wir viel Aufmerksamkeit auf die Bedrohung der beiden Flüsse lenken. Es freut uns umso mehr, dass die Isel mittlerweile als Natura2000-Gebiet ausgewiesen ist.

Neuer Name, gleiches Engagement (2014-2015)

Im fünften Jahr hat sich bei uns einiges verändert. Angefangen hat es damit, dass wir zu groß geworden sind, um noch leicht den Überblick über die verschiedenen Projekte und die Kommunikation mit dem WWF zu halten. Aus diesem Grund haben wir das Steuerungsteam gegründet, ein Komitee, bestehend aus vier Generation Earth Mitgliedern und vier WWF-MitarbeiterInnen. Das Steuerungsteam trifft sich einmal im Monat und bespricht in welche Richtung Generation Earth gehen wird und welche Themen fokussiert werden. Auch große strukturelle Änderungen zählen zu den Aufgaben vom Steuerungsteam. So auch die Änderung unseres Namens von „Youth Taking Action for the Earth“ zu „Generation Earth“. Ein Prozess, der lange und aufreibend war, denn egal wie gut ein neuer Name ist, sich von einem alten zu verabschieden ist immer schwierig.

Ein Blick in die Zukunft (2015-2016)

Wir stellten uns Ende 2015 viele Fragen über das weitere Vorankommen von Generation Earth, sodass das Steuerungsteam begann, einem Masterplan über die Zukunft der Gruppe zu erarbeiten. Innerhalb eines Jahres wurde der „2020 Strategic Plan“ von den vier Steuerungsteam-Mitgliedern mit Unterstützung von WWF-MitarbeiterInnen entworfen. Dabei identifizierten sie vier Bereiche, die in Zukunft mehr Aufmerksamkeit benötigen:

  1. Reaktivierung von Generation Earth-Alumnis
  2. Promotion und Bewusstseinsbildung für Generation Earth
  3. Netzwerken mit Partnern innerhalb und außerhalb von Österreich und Verbreitung unseres Konzeptes für die Mobilisierung junger Menschen
  4. Sicherung einer stabilen finanziellen Zukunft für die Gruppe

Mit diesen klaren Zielen vor Augen und den dazugehörigen Maßnahmen schlagen wir eine klare Richtung für die nächsten vier Jahre ein.

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